Arnaldur Indridason
Kälteschlaf

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Meine Zusammenfassung
Der Tod einer Frau wird zunächst als Selbstmord gesehen. Alles deutet darauf hin. Nur Erlendur hat da seine Bedenken; aber da die Ermittlungen abgeschlossen werden, und er seine Zweifel hat, geht er der Sache inoffiziell nach.

Und jetzt wird eine, bzw. werden zahlreiche Geschichten eingeflochten, auf die Erlendur stößt. Er geht allen nach.
Und stößt dabei auf einige andere Fälle, längst abgeschlossen, wo Leute einfach verschwunden sind. Es wurden weder ihre Leichen noch sonst irgend etwas gefunden. -
Insbesondere tritt auch ein Ereignis aus der Kindheit der Frau in den Fokus, deren Vater, als sie noch ein Kind war, im See ertrunken war.


Er nimmt zuerst mal Kontakt auf zu dem Witwer, der zuletzt gefundenen Leiche. Ganz behutsam, scheinbar so, als ob der Fall längst abgeschlossen wäre, und lediglich eine Forschung nach Selbstmorden Intention wäre.

Hier tritt dann zutage, dass diese junge Frau, die tot aufgefunden wurde, sie hatte sich in dem Ferienhaus der Familie erhängt, nicht nur ein schweres psychisches Problem hatte, sondern auch an Seancen teilgenommen hatte, wo Kontakt mit Verstorbenen sein sollen. Das war gar nicht bei den Ermittlungen Thema gewesen.
Aber für Erlendur ist das ein Grund, hier mal näher nachzuforschen. Als dann noch bekannt wird, dass der Witwer ein Verhältnis mit einer ehemaligen Kollegin aus der Schauspielschule hat, nimmt Erlendur auch mit dieser Kontakt auf.
Der Name dieser Frau, die dann als Magdalena aufgetreten ist, hat für die Klärung später eine große Bedeutung. Es taucht da eine Cassette auf, wo eine Seance aufgezeichnet ist. Und bei anderen Nachforschungen, u.a. aus der Unterhaltung einer Freundin der verstorbenen Frau, ergeben sich für Erlendur höchst interessante Geschehnisse, Zusammenhänge….

Und hochinteressant, wie der Witwer, ein Arzt, vor vielen Jahren ein Experiment machte, um zu erforschen, wie das ist, zwischen Tod und Wiederbelebung, welche Erlebnisse da ein Mensch hat. - - Er setzte damals einen jungen Mann - mit dessen Einwilligung - in einen Kälteschlaf, erweckte ihn dann wieder mit einem Defribilator, er wachte wieder auf.

Diesen damals jungen Mann suchte Erlendur dann auch auf, und er fand ein Wrack…… Und genau diese Geschichte bringt dann Erlendur dem Ziel sehr nahe…

Neben dieser Geschichte laufen dann noch andere, und zwar hat Erlendur Kontakt zu einem alten Mann, dessen Frau schon seit längerer Zeit tot ist, und die einen Sohn hatten, der plötzlich, ohne Grund, spurlos verschwunden war. Es ist allerdings 20 Jahre oder länger her. Auch dieser Geschichte geht Erlendur nach. -
Vor allem, weil zur gleichen Zeit auch ein Mädchen verschwunden war, genauso spurlos. Akribisch sucht er alle Personen auf, immer bedacht darauf, dass diese Fälle ja abgeschlossen sind, und er das ja total inoffiziell macht.


Und so entstehen für ihn nach und nach Verbindungen dieser ganzen Fälle, bzw. scheinen zunächst in Zusammenhang zu stehen, und er findet ganz neue Zusammenhänge der verschwundenen zwei jungen Leute… - die zunächst - vor vielen Jahren, niemand gesehen hat.

Dazwischen dann immer eingeflochten die eigene Geschichte von Erlendur. Auch er hatte einen Bruder, der vor vielen Jahren verschwunden ist. Auch dieser Sache will er so nebenbei nachgehen. Letztendlich finden diese Geschichten eine Auflösung, wenn auch nicht alle befriedigend, bzw. etwas anders als von mir angenommen.

 

 

Der Autor:
"Arnaldur Indridason, Jahrgang 1961, war Journalist und Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung. Er ist heute der erfolgreichste Krimiautor ISLAND: Seine Romane werden in mehr als zwölf Sprachen übersetzt und sind in vielen Ländern mit renommierten Krimipreisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem ‚Gold Dagger'."

Mit Arnaldur Indridason hat Island einen prominenten Platz auf der europäischen Krimilandkarte eingenommen.
Arnaldur Indridason lebt mit seiner Familie in Reykjavik."
(entnommen Klappentext Rückseite)

 

"An einem kalten Herbstabend wird an Islands geschichtsträchtigem See von Þingvellir die Leiche einer jungen Frau gefunden.
Auf den ersten Blick ein Selbstmord, doch Kommissar Erlendur wird misstrauisch, als ihm der Mitschnitt einer Séance zugespielt wird: Kurz vor ihrem Tod hatte sich die Frau an ein Medium gewandt. Trotz seiner tiefen Skepsis gegenüber spiritistischen Praktiken geht Erlendur den Hinweisen nach und rührt dabei an ein gut gehütetes Familiengeheimnis, das die Jugend dieser Frau überschattet hat.

In seinem achten Fall wird Kommissar Erlendur mit übersinnlichen Phänomenen konfrontiert -und mit spukartigen Erinnerungen an seine Kindheit ...

Ausgezeichnet mit dem Blóðdropinn, dem Isländischen Krimipreis." (entnommen Klappentext)

 

Buchdaten:
ISBN-10:3-404-16546-2
EAN: 9783404165469
erschienen: 27.07.2011
Verlag: LÜBBE
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
3. Auflage
Seiten: 380
Übersetzer: Coletta Bürling
Reihe: Bastei-Lübbe

Meine Abschlussbemerkung
Allgemein zunächst: die typische isländische Erzählweise. Bedacht, langsam, immer in die Landschaften eingebunden, auch immer in die Vergangenheit zurückgehend. Aber dennoch ein Spannungsbogen, der sachte und leise erhalten bleibt.

Es ist nichts Aufregendes, nichts Spektakuläres. Aber auf eine seltsame Weise fesselnd. Es gibt ja diese vielen Seelen, die angeblich zu den Menschen sprechen, geheime Verbindungen, aber ist in Island durchaus üblich, diese Sachen mit den Feen und Geistern. - Wenn auch heute vermutlich nicht mehr so sehr, aber der Autor bindet sie ein, wenn er in den Geschichten 20-30 Jahre zurückgeht.

Ein Buch, das sehr entspannt zu lesen ist, immer spannend bleibt, auf eine angenehme Weise fesselt, ohne aufzuregen.

Im Buch ist vorne auch eine Landkarte zu sehen, wo Island zu sehen ist, mit diesen ganzen Seen, und hinten im Buch eine Karte von Reykjavik. Hier kann der Leser nachsehen, wo diese Seen zu finden sind, die Berge usw. - Sehr schön gemacht.

Was - wie bei allen isländischen Büchern - nicht so ganz einfach ist, diese vielen für uns sehr ungewöhnlichen Namen. Und so ganz nebenbei ist sehr viel zu erfahren über die isländische Lebensart, die Eigenarten und Mentalität der Isländer.
Und auch zu erwähnen, es gibt dort kein ‚Sie' - Jeder redet jeden mit ‚Du' an, egal ob das ein Richter, ein Polizist, oder egal wer ist.

Nicht nur für Liebhaber isländischer Bücher sehr zu empfehlen!
Mein Buch ist eine gebundene Ausgabe.