Nicci Gerrard: Als wir Töchter waren

gerrard_toechter_buchtitel

Kurze Zusammenfassung:
Das Buch ist in 33 Kapitel aufgeteilt, jedes Kapitel eine neue Situation, ein neuer Ort des Geschehens und der Personen.

Eine der Schwestern ist 16-jährige Edie. Ihre große Liebe ist Ricky. Sie ist restlos verknallt in diesen etwas heruntergekommen Jungen. Ihre Familie ist Nebensache in diesen Wochen.
Da springt ihr Vater in den Tod, von einer nahen Brücke aus. Ihre Mutter Louise, wie auch ihre Schwestern Stella und Jude sind entsetzt und können sich das nicht erklären.
Edie war in ihrem Zimmer gewesen, der Vater, früher nachhause gekommen, tritt ins Zimmer, und sie brüllt ihn an, was ihm den Rest gibt. - Daraufhin springt er in den Tod. -

Edie macht daraufhin mit Ricky Schluss, zu eng ist er mit dem Tod ihres Vaters verknüpft. Edie fühlt sich Schuld am Tod des Vaters. Der Vater war bei einer Immobilienfirma angestellt gewesen und hatte vor einigen Wochen bereits die Kündigung bekommen, hatte das aber zuhause verschwiegen und er war jeden Morgen mit dem Auto losgefahren, zur Arbeit. Niemand ahnte etwas. Jetzt ändert sich alles für die Mutter und die Töchter, sie müssen das Haus verkaufen, woanders hinziehen, in einen anderen Ort.

20 Jahre später stirbt Louise bei einem Autounfall und die Schwestern treffen sich um die Trauervorbereitungen, Begräbnis usw. zu besprechen und zu organisieren. Die Schwestern wohnen in der Wohnung der Mutter für diese paar Tage, die Wohnung muss auch aufgelöst werden.

Und jetzt beginnt die Reise in die Vergangenheit.
Edie findet Briefe ihrer Mutter, und darin auch eine Notiz, die alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Und sie erfährt auch, dass nicht nur sie sich schuldig am Tod des Vaters vor zwanzig Jahren gefühlt hatte, und auch noch fühlt.
Mehr dazu füge ich nicht bei, sonst ist zu viel verraten vom Inhalt, der ohnehin relativ spärlich ist.

Irgendwie hatte auch Ricky davon erfahren, und auch die Adresse, wo sich Edie jetzt im Moment aufhält. Und er taucht dort auf. Sie ist zunächst erschrocken, aber wie in Trance verbringt sie mit ihm einige Stunden, und auch am nächsten Tag noch einmal. Es kommt zu Intimitäten. - -

Edie ist mittlerweile verheiratet, aber sie hat keine Gewissensbisse, nur darüber, ob sie das ihrem Mann beichten soll, macht sie sich sehr lange Gedanken, und am Ende des Buchs hat sie sich schließlich entschieden.

Wir sie und ihr Mann das dann verarbeiten, möchte ich hier offenlassen, wäre zuviel verraten. Die Schilderung der Trauerfeier dann, die Auflösung der Wohnung, die Geschichten ihrer Schwestern, alles fliest in die Erzählung mit ein.
Nichts ist sehr gravierend oder außergewöhnlich, eben so wie das in einem solchen Roman üblich ist. Das Leben der Schwestern ändert sich nach diesem Begräbnis noch einmal, und danach werden sie wieder zurück in ihre eigenen Leben gehen, wenn auch anders.

 

 

 

Taschenbuch:

285 Seiten
Verlag: Lübbe
3., Auflage
(22. November 2005)
Deutsch
ISBN-10: 3404921968
ISBN-13: 978-3404921966 Originaltitel: Things we knew true.

 

Die Autorin Nicci Gerrard:
Zusammen mit ihrem Ehemann hat sie bisher unter dem Pseudonym Nicci French sechs Thriller veröffentlicht.

Und mit diesem Roman startete sie einen Versuch unter einem neuen Pseudonym, in einem anderen Genre.

Das ist ein ganz schnell zu lesendes Buch gewesen, das vom Inhalt und auch von der Sprache her keinerlei Ansprüche an den Leser stellt.

Es ist sehr schnell gelesen, es ist nichts besonders aufregendes, was geschildert wird passiert in fast jeder Familie und fast allen Menschen, irgendwann, irgendwo.

Dennoch ist es lesenswert, zwischen schwereren Büchern eventuell.