Elfriede Jelinek

  

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Elfriede Jelinek wurde 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Noch während ihrer Schulzeit begann sie, am Wiener Konservatorium. 1964 nahm sie das Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien auf, das sie aber nach einigen Semestern abbrach. In den folgenden Jahren entstanden Jelineks erste Gedichte. Ihr Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Hörspiele, Übersetzungen (etwa von Thomas Pynchon) und Drehbücher (z.B. zu "Malina" nach dem Roman von Ingeborg Bachmann). Mit Büchern wie "Die Klavierspielerin" (1983) und "Lust" (1989) erregte Jelinek großes Aufsehen im Feuilleton und zunehmend auch in den Massenmedien, die die umstrittene Autorin vorzugsweise als tabubrechende Radikalfeministin in Szene setzen.
Bereits 1969 erhielt Elfriede Jelinek zwei österreichische Preise für ihre Lyrik und in den folgenden Jahren weitere zahlreiche Literaturpreise.

Zitat Klappentext: "Auch in diesem Roman der Autorin fasziniert das buchstäblich unheimliche Talent, Alltagsgeschichten auf den Grund zu gehen. Welche Entfaltungsmöglichkeiten hat eine Arbeiterin? Sie kann einen Mann heiraten, der ihr den gesellschaftlichen Aufstieg garantiert. Doch wie andere Möglichkeiten, so sind auch sozial attraktive Männer rar, und die attraktivsten sind schon vergebne. So setzt zwischen zwei *Liebhaberinnen* ein Konkurrenzkampf auf Leben und Besserleben ein, der mit Wucht ausgetragen wird.
>>beide Liebhaberinnen  sind die Betrogenen. wenn einer ein schicksal hat, dann ist es ein mann. Wenn einer ein schicksal bekommt, dann ist es eine frau . & &.Bestechend an dieser Schriftstellerin ist die Genauigkeit und Schärfe, mit der sie in eine Welt falscher Glücksvorstellungen eindringt.<< " (Frankfurter Rundschau)


Meine Zusammenfassung:

60-er Jahre: die Geschichten der zwei Protagonistinnen, Brigitte und Paula werden erzählt. Brigitte arbeitet als angelernte Näherin in einer Miederfabrik und siesieht ihre einzige Chance, diesem Einheitsbrei in dieser Fabrik zu entgtehen, darin, einen Mann zu finden, zu heiraten, Kinder zu bekommen und vom Mann versorgt zu werden. Da ist auch Heinz, der bald evtl. ein kleines Geschäft besitzt und er erscheint ihr als Mann ihrer Träume, und sie setzt alles daran, ihn auf sich aufmerksam zu machen.
Sie nimmt alles in Kauf, eine ihr nicht wohlgesinnte Schwiegermutter in spe, wie auch die macho-mäßige Verhaltensweise von Heinz.

Die fünfzehnjährige Paula ist da ganz anders. Sie beginnt eine Ausbildung als Schneiderin. Und sie möchte sich einen Mann suchen, der ihre Gefühle befriedigt, sie möchte sich einen aussuchen, nicht nach den Klischees, die viele bedienen, also setzt nicht auf Versorgungsehe.
In Erich glaubt sie, ihren Traummann gefunden zu haben und ihre Zukunftsträume sehen eben Erich im Mittelpunkt. Der scheint aber an Frauen wenig interessiert zu sein. Seine ganze Energie, sein ganzes Interesse gilt seine Fahrzeuge, die er pausenlos modernisiert, umbaut, und eben damit herumfährt. Ansonsten trinkt er ziemlich viel Alkohol, arbeitet nicht regelmäßig.

Aber: Paula unternimmt alle Anstrengungen, um ihn zu bekommen. Sie geht jedes Risiko ein um ihren Traum zu erfüllen.

Diese beiden so unterschiedlichen Geschichten benutzt die Autorin um zwei Vorgehensweisen zu beschreiben, wie sich Mädchen/Frauen ihren Partner aussuchen. In beiden Geschichten verhalten sich die Frauen wie vermutlich (zumindest in den Augen der Autorin) viele Frauen. Beide Geschichten sind in ziemlich ungewöhnlicher Sprache mit ungewöhnlichen Wörtern geschrieben.

  

Elfriede Jelinek gehört zu den bekanntesten Vertreterinnen der feministischen Avantgarde Österreichs. Ihr Werk liefert eine marxistisch orientierte, oft satirisch überspitzte Analyse der Wirklichkeit und dekonstruiert Stereotype und (Trivial-) Mythen. Die Autorin konfrontiert ihre Leser mit einer unbarmherzigen Sicht auf die patriarchal organisierte, kapitalistische Konsumgesellschaft und verzichtet auf jeden utopischen Entwurf. Zunehmend beschäftigt sich die Autorin mit dem Problem des (Neo-) Realismus und bezieht dabei - wie etwa mit ihrem Protest gegen den Rechtspopulisten Jörg Haider (*1950) - deutliche politische Positionen. Jelinek nahm zunächst ein Musikstudium am Wiener Konservatorium auf, das sie 1971 abschloss. Das 1964 begonnene Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte brach sie nach einigen Semestern wegen psychischer Schwierigkeiten ab und verbrachte das Jahr 1968 völlig isoliert. Jelinek engagierte sich in der Studentenbewegung und war 1974-91 Mitglied der KPÖ. Seit 1966 ist sie als Autorin tätig und veröffentlichte 1970 ihren ersten Roman wir sind lockvögel baby!. 1979 trat sie mit Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlasssen hatte erstmals als Dramatikerin hervor. Ihre Bühnenwerke kreisen ebenfalls um die Problematik weiblicher Selbstbestimmung sowie um aktuelle politische Entwicklungen (Das Lebewohl, 2000). Das Werk von Jelinek umfasst außerdem Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Übersetzungen; sie erhielt zahlreiche Literaturpreise, u.a. 1986 den Heinrich-Böll-Preis

Dieses Buch gehört zu den *außergewöhnlichen Büchern* - Ich habe noch nie ein ähnliches gelesen. - Ich kam erst auf Elfriede Jelinek durch ihren Literaturnobelpreis 2004. - mit "außergewöhnlich möchte ich nicht unbedingt ausdrücken, dass es gut ist. Zunächst erstaunte mich, dass der gesamte Text des Buchs klein geschrieben ist - - -Man gewöhnt sich dran - - -

Auffallend dann noch (wenn wir mal bei der Technik bleiben) die sehr häufig vorkommenden Wort- und Satzwiederholungen - - - und - lach - die Benutzung von allen möglichen Worten, die nicht salonfähig sind - - -

Trotz sehr ernsten Inhalts und der innewohnenden Tragik des Geschehens kam bei mir ihr Sarkasmus mit viel Komik an.
Vielleicht besser ausgedrückt: der trockene Humor, der auch durch Sarkasmus nicht zu verdecken ist - in meinen Augen - , kann bei jemand anderem anders ankommen.

Meine Empfehlung: einfach mal lesen, und die anfangs etwa vorhandene Absicht: "weglegen" überwinden und weiterlesen...!!!