Mari Jungstedt

Meine Zusammenfassung
Auf der Insel Gotland in Schweden feiern einige Leute eine Party, es ist lustig, es wird gegessen und getrunken, und dann getanzt.
Es sind drei Paare, und Kristian, ein Junggeselle. Helena und Kristian kennen sich schon länger. Per und Helena verbringen auf dem Sommerhaus auf der Insel öfter einen Urlaub. Helena tanzt mit Kristian und plötzlich zerrt Per, Helenas Lebensgefährte, Kristian von ihr weg und Helena auf die Veranda. Als Helena dann hereinkommt, mit blutender Unterlippe, und sich zum WC begibt, hören alle zu tanzen auf, Kristian geht hinaus zu Per, und blitzschnell bekommt er von ihm einen Schlag auf die Nase. Die anderen trennen dann die beiden.

Die Party ist vorüber, die so schön begonnen hatte. Per ist sehr eifersüchtig, und er vermutet, dass Helena und Kristian, bevor er sie kennen lernte, etwas miteinander hatten.
Helena wacht am nächsten Morgen auf, sie macht sich fertig und beginnt mit ihrem Jogging, das sie jeden Morgen macht, am Strand entlang. Wie immer hat sie ihren Hund, einen Labrador, dabei. An diesem Morgen ist es sehr neblig. Und hier endet die Geschichte von Helena, sie wird am nächsten Morgen tot aufgefunden, erschlagen von einer Axt, mit ihrem Slip im Mund; und auch ihr Hund wurde ermordet.

Die Ermittlungen der Polizei beginnen. Und die Presse und das Fernsehen rücken an, auch sie wollen berichten. Der Lebensgefährte Per wird in U-Haft genommen.
Und da geschieht der zweite Mord; wieder wird eine junge Frau aufgefunden, auch mit ihren Slip im Mund, auch sie war alleine nachts unterwegs gewesen, mit dem Fahrrad nachhause von einem Treffen mit ihren Freundinnen. -
Sie waren in einem Lokal gewesen, wo die Ermordete mit einem Fremden geredet hatte, und wo sie bemerkt hatte, dass er eine Perücke trägt; sie ist Friseurin und konnte das beurteilen. Und der dritte Mord geschieht und versetzt die Polizisten und die Bevölkerung in Hysterie.

Neben den Polizisten ist auch der Reporter der Regionalnachrichten an der Klärung des Falls beteiligt. Er hatte bei einer Befragung eine Zeugin (Emma) kennengelernt und sich in sie verliebt. Bei den Recherchen finden die Polizisten keine Zusammenhänge zwischen den Ermordeten; aber es muss einen geben, alle sind etwa in gleichem Alter, alles Frauen und alle aus der Gegend. Bis dann schließlich sich herauskristallisiert, dass die ermordeten Frauen zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Schule besucht haben.

Als sich Emma mit dem Reporter in ihrem Elternhaus auf einer kleinen Insel treffen will, stöbert Emma in einem alten Schrank und findet alte Bilder aus ihrer Schulzeit. Und kann erkennen, dass die drei Mädchen, die damals in ihrer Klasse waren, die drei Ermordeten sind und kann logisch daraus schließen, dass sie auch ermordet werden wird. Und sie findet auch einen Jungen auf dem Bild. Und sie erinnert sich, dass ihre Freundinnen und sie diesen Jungen immer gequält haben, ihn nach der Schule abgepasst, ihn eingesperrt, gedemütigt und verprügelt haben.

In eingeblendeten Nebengeschichten erzählt der Mörder zunächst seine Taten, und dann im Rückblick eben sein Martyrium in der Schule, das ihm vier Mädchen beschert haben. Bei den Recherchen wird auch der ehemalige Lehrer einer der ermordeten verhört, besucht, und auch er gerät in den Kreis der Verdächtigen. Er lebt alleine, in einem anderen Teil auf der Insel, seine Frau soll sich vor einiger Zeit aufgehängt haben. Es gibt noch einen Sohn.

Er hatte, als er noch Lehrer war, mit der ersten Ermordeten, Helen, ein Liebesverhältnis. Es kam heraus, und er wurde versetzt, Helen war schwanger und trieb ab, auf Initiative ihrer Eltern. Sie trafen sich nie mehr.

Das und noch einige andere Nebengeschichten füllen die weitere Geschichte. Es wird die Kindheit des Sohnes des Lehrers beschrieben, weder von Mutter noch von Vater geliebt, in der Schule gequält, also eine sehr düstere Kindheit.
Er bekommt eines Tages mit, dass Helen, eine Mitschülerin und eine der vier Mädchen, ein Liebesverhältnis seines Vaters hat, beschließt er zunächst seine Mutter zu töten. Er stellt es so dar, als hätte sie sich selbst aufgehängt, die Polizei hatte ihm das abgenommen.

Alleine das Lesen dieser Einlassungen dieses Mannes, der schnell vom Leser als Mörder erkannt wird, bietet eigentlich schon die Lösung des Falls. Lediglich die Zusammenhänge sind noch offen, und als sie endlich klar sind, und auch zunächst nur dem Reporter bekannt sind, weil Emma ihm das erzählt hat, ist die Aufklärung sehr nahe. Aber noch nicht das Ende.

Emma befindet sich also auf der kleinen Insel in dem Haus ihrer Eltern, die in Urlaub sind, und wartet dort auf den Reporter. Sie wollen dort eine ungestörte Liebensnacht verbringen, Emma hatte ihrem Mann erklärt, sie brauche Ruhe und müsse nachdenken, und er ist mit den beiden Kindern des Paares bei seinen Eltern.

Als Emma dann abends aus dem Fenster schaut, sieht sie einen Mann draußen. Sie hatte noch den Reporter kurz angerufen, der später kommen soll. Und als dieser keinen Kontakt mehr zu ihr bekommt, aber in kurzen Zügen weiß, dass der Mörder bei Emma sein muss, ruft er den Polizisten an, der gleich mit seiner ganzen Mannschaft anrückt, vorher aber die Insel abriegeln lässt, also es kann niemand auf die Insel oder von der Insel, ohne dass sie das mitbekommen.

Und plötzlich ist der Mann im Haus, und sie erkennt den Mann als den damals kleinen Jungen, den sie gequält haben. - Sie bekommt eine Riesenangst und Panik, versucht zu telefonieren, aber die Telefonleitung ist tot.
Nun geht alles sehr schnell, der Reporter und die Polizisten sind unterwegs. Der Mörder hat mittlerweile Emma in einen nahen Bunker gebracht, wo er sie gefangen hält. Endlich finden die Polizisten den Bunker, der Mörder zerrt Emma vor sich aus dem Bunker als Schild und fordert Geld und freies Geleit. Was auch bereitgestellt wird.
Als er dann mit Emma zum Auto will, kommt es zu einem Gerangel, die eine Polizistin erschießt schließlich den Mörder, Emma ist gerettet. Das mal ganz kurz zum Ende des Romans.

 

 

"Mari Jungstedt, geboren 1962 in Stockholm, arbeitet seit 14 Jahren als Radio- und TV-Journalistin. Für das schwedische Fernsehen war/ist sie Nachrichtensprecherin, Redakteurin und Programmleiterin - vor und hinter der Kamera."

Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. (dem Klappentext entnommen)

 

 

 

Daten zum Buch:

Verlag: Heyne 2005 Seitenzahl: 384

ISBN-13: 9783453431027 ISBN-10: 3453431022

Krimis lese ich recht selten, im Vergleich zu anderen Büchern. Schwedische gefallen mir sehr gut, wenn ich mal von den wenigen ausgehe, die ich gelesen habe.

Zu diesem und noch einem anderen dieser Autorin habe ich gegriffen, weil mir die Story interessant erscheint, auch für mich, als "Eigentlich-keine-Krimi-Leserin" -.

Insgesamt ist dieser Krimi ein sehr leicht zu lesender, schnell aufgelöster Roman, zwar spannend aber dennoch ziemlich schnell durchschaut.

Die Figuren der Polizisten und auch der Reporter werden klar und einfach gezeichnet. Und die Autorin hält sich nicht übermäßig lange damit auf, was in meinen Augen ein Gewinn ist. Was sie über sie schreibt, genügt vollkommen, um sich ein Bild zu machen.

Interessant die von der Autorin eingefügten Sozial- und Milieustudien aller Beteiligten. Die beteiligten Opfer und Täter lebten in sehr ungünstigen familiären Verhältnissen.

Das ist die wichtigste Verbindung. Bereits Grund für die Quälereien der vier Mädchen, die aufgrund ihrer Familienverhältnisse zu etwas überhaupt fähig sein können. - Und dann der Junge, der gequält werden kann, und dafür zuhause überhaupt keinen Ansprechpartner findet.

Also fünf Kinder haben agiert, und 30 Jahre später werden sie zu Mörder und Ermordeten.