Judith Lennox

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Klappentext
"Vier junge Frauen, vom Schicksal in alle Winde verweht: Marianne, die ihre Liebe in der Kolonie Ceylon wieder zu finden hofft; die attraktive, stolze Iris, deren Wandlung zur Krankenschwester alle überrascht; Eva, die sich in London als Künstlerin und frühe Frauenrechtlerin engagiert; und Clemency, die Jüngste ... " "Bestsellerautorin Judith Lennox verbindet vier Lebensträume zu einem spannenden Familienroman, in dem sich das Schicksal immer neue dramatische Wendungen auszudenken scheint."

Von mir interpretierter Inhalt
Das Leben dieser Familie, es gibt 7 Kinder, 4 Mädchen und 3 Jungen, wird geschildert. Sie leben recht wohlhabend in einem großen Haus in England, Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Vater hat sich selbst hochgearbeitet und besitzt einen großen Betrieb.
Die Mutter lebt zurückgezogen, gibt vor krank zu sein und sichert sich so ein Leben in Untätigkeit und Lethargie.
Das Leben der 4 Mädchen wird in vier Strängen geschildert, wobei nicht jede für sich steht, sondern im Wechsel, chronologisch, ihre Erlebnisse und Geschichten erzählt werden. Alle vier sind unterschiedlich, jede nimmt eine total andere Entwicklung, und jede einzelne ist interessant und spannend.

Da ist zunächst Iris, die älteste, und auch (wie gesagt wird) die schönste. Sie hat viele Angebote bekommen zu heiraten, damals (Anfang 20. Jahrhundert) war es üblich, dass Mädchen um die 20 heirateten, mit 25 galten sie schon als alte Jungfern. Iris hatte sich dann auch einen zur Not ausgeguckt, Ash, der aber ein Angebot von ihr ablehnt. Ash ist auch Akademiker, tätig als Rechtsanwalt für Arme, unterstützt die Armen in den Elendsvierteln, lässt sie auch oft bei sich übernachten, er selbst legt keinen Wert auf Äußerlichkeiten. - Sie ist gekränkt, und gibt es auf, eine Ehemann zu finden, sie wäre eigentlich als älteste der Schwestern zuerst zu verheiraten gewesen, aber jetzt kam ihr Marianne zuvor, nach ihr geboren.
Iris beschließt, Krankenschwester zu werden und zieht nach London, wo sie eine Ausbildung macht, in einem strengen Schwesternhaus lebt, dort Arbeiten verrichten muss, die sie noch nie getan hat. - -
Sie entwickelt sich - in meinen Augen - positiv, macht mit der Zeit auch ihren Dienst ganz gerne. Viel Zeit für anderes bleibt ihr nicht, und dann kommt auch der Krieg 1914, der natürlich auch in England, und vor allem im Krankhaus bemerkbar wird. -
Sie meldet sich nach Frankreich, ist in einem Feldlazarett tätig. - Irgendwann tritt auch wieder Ash in ihr Leben, zuerst im Lazarett, dann auch zuhause wieder, im Krankenhaus. - Mehr davon nicht, ist aber schön und spannend erzählt.- - - ---

Marianne lernt einen Mann kennen, Arthur. Es beiderseitig die große Liebe. Die Hochzeit findet bald statt, Arthur ist wohlhabend. - Ihr Geschichte wird erzählt bis es am Ende des Buchs unklar ist wo sie genau ist, aber das möchte ich nicht näher verraten. Die Anfänge ihrer Ehe werden geschildert, und alles sieht schon ziemlich märchenhaft aus. Da stimmt einfach alles, die große Liebe, Wohlstand, schöne Häuser, einflussreiche Bekannte, ein weitläufiges gesellschaftliches Leben…………….
- und wie das oft so ist, in diesen - in meinen Augen schon etwas trivialen Geschichten - kann das nicht so bleiben. - Und Marianne geht einen langen, teilweise beschwerlichen Weg. - Auch hierzu nicht mehr.

Eva, die dritte Schwester, ist Künstlerin, Malerin, und durch Hilfe einer Verwandten gestattet der Vater schließlich, dass sie nach London zieht, um dort Kunst zu studieren. -Sie lernt die anderen Maler kennen. u.a. auch einen älteren Maler, dessen Familie sie näher kennenlernt, er ist ihr Liebhaber, aber er ist ein Freigeist, der seine Modelle immer als Geliebte zunächst *benutzt* - aber er macht kein Hehl daraus, und auch seine Frau, die eine sehr gute Freundin von Eva wird, weiß das. -
Auch ihr Leben ist sehr abwechslungsreich und spannend, sie ist beteiligt an den frauenrechtlichen Demos, aber ihre Liebe kann natürlich nicht für die Ewigkeit sein, und auch sie trifft ihre Entscheidungen, zuletzt kehrt sie nachhause zum Vater zurück, zumindest hat sie das für ein Weilchen geplant. - Und dort entwickelt sich ihr Leben dann weiter, wie in Liebesromanen so üblich, auch tritt wieder ein Mann in ihr Leben, sie ist ihrem Vater behilflich, und und und - - - - -

Clemence, die jüngste Schwester, war übrig geblieben, um bei der angeblich so kranken Mutter zuhause zu bleiben. Sie konnte dadurch ihre Schule nicht weiter besuchen, lernt einen Geiger kennen, kann dann auch woanders wohnen, als Eva dann zuhause wohnt.
Und plötzlich ist die Mutter auch nicht mehr krank. Sie hatte das ohnehin immer nur gespielt, was zwar jeder ahnte, aber dennoch genau das tat, was die sehr egozentrische Mutter wollte.

Die Kontakte zwischen diesen vier Schwestern kommen auch zur Sprache, immer wieder treffen sie sich mal, bis auf Marianne, von der sie lange Zeit nichts hören und nicht wissen wo sie ist, was sie macht und und und -- - --
aber darüber nicht mehr, das steht viel genauer im Buch selbst. Die drei Brüder werden auch erwähnt, wenn auch immer nur nebenbei. Alle drei sind in den Augen des Vaters nicht das was er erwartet hatte. Der eine, Philip, sieht schließlich seine Berufung darin, zu konvertieren, er will katholischer Priester werden. Der älteste, Johannes, hat jahrelang eine Freundin, nicht aus seinen Kreisen, und er hält das jahrelang geheim. Er bekommt mit der Frau, die er dann auch heiratete, zwei Kinder. - Er fällt als Soldat im Frankreich.

Der Leser wartet nun, wie und wann und ob sich diese vier Schwestern jemals wieder sehen.

 

 

Verlag: Piper 2008 Ausstattung/Bilder: 2008. 585 S. Seitenzahl: 592

ISBN-13: 9783492251907
ISBN-10: 3492251900
aus dem Englischen von Mechtild Sandberg

Die britische Bestsellerautorin Judith Lennox kam 1953 in Salisbury in der Grafschaft Wiltshire zur Welt und wuchs in einem Cottage in Hampshire auf. Fernab jeglicher Zivilisation erlebte sie mit ihren Brüdern und ihrer Schwester nah am Wald, das Wasser musste aus einem Brunnen gepumpt werden und der Strom wurde privat erzeugt und fiel auch schon mal aus. Diese Kindheit ist in ihren Büchern immer wieder zu entdecken. Als sie fünfzehn Jahre alt war, zog die Familie wieder nach Salisbury, und die Umstellung auf eine Großstadt fiel ihr sichtlich schwer, da sie sich wieder an Nachbarn und Reihenhäuser gewöhnen musste. Nach dem Schulbesuch ging studierte sie an der Universität von Lancaster, wo sie auf der Party zu ihrem 21. Geburtstag ihren künftigen Ehemann Iain, einen Physiker aus Glasgow, kennen lernte. Ein Jahr später heirateten sie uns zogen nach Cambridgeshire. Sie wurde Mutter von drei Söhnen und begann mit dem schreiben von Romanen, als der jüngste drei Jahre alt war. Bis dahin war sie als Englischdozentin an der Universität Lancaster und als Pianistin tätig gewesen. Da sie sich immer für historische Romane interessierte, war es für sie logisch auch historische Romane zu schreiben. So sind ihre ersten Romane im 16. und 17. Jahrhundert angesiedelt, wovon der erste The Glittering Strand (dt. Serafinas später Sieg) im Jahr 1991 erschien. 1994 erschien mit The Secret Years (dt. Die geheimen Jahre) ihr erster Roman, der im 20. Jahrhundert angesiedelt ist. Seitdem schreibt sie viele Romane in dieser Zeit, die mit den beiden Weltkriegen, seinen Veränderungen im gesellschaftlichen Status der Frauen und in den wechselnden Landeigentümerschaften einen wechselreichen Hintergrund für ihre Geschichten liefert.

(entnommen aus: http://www.histo-couch.de/judith-lennox.html

Da die Handlung Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, werden auch die gesellschaftlichen Eigenarten dieser Zeit in England in die Geschichte einbezogen, auch die unterschiedlichen Schichten und Kreise, aber auch andere Länder werden geschildert, z.b. Ceylon (Sri Lanka) - Frankreich, Somme, Kriegsschauplatz, Leben in London in Künstlerkreisen, Leben der Krankenschwestern in den Krankenschwesternschulen, im Krankenhaus dann und auch im Lazarett mitten im Krieg.
Durch Ash wird die Situation der Ärmsten der Armen hinzugenommen. -
Gut, das ist nichts Neues, und wird in zahlreichen anderen Büchern sehr genau geschildert,

Was mir auffällt, aber in solchen Romanen üblich ist, die Schwarz-Weiß-Gestaltung der Protagonisten. Da sind die Guten, und da die Schlechten. -

Wird bei Iris eine Wandlung geschildert, bleibt die bei anderen aus, und Marianne ist hier die am meisten betroffene, über deren Schicksal ich absichtlich nicht mehr erzählt habe.

Im Ganzen ist der Roman sehr leicht und angenehm lesbar, in einer einfachen Sprache geschrieben, stellt keine besonderen Ansprüche an den Leser.

Da der ganze Roman in einer Zeit und einem Ort angesiedelt ist, deren Handlungsstränge in verschiedenen Ländern der Welt spielen, ansonsten auch erträglich trivial geschrieben ist, kann ich das Lesen empfehlen; für zwischendurch allemal.