Doris Lessing

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Meine Zusammenfassung:
Jane Somers, eine um die 50 Jahre alte Redakteurin einer populären Frauenzeitschrift, steigt aus der U-Bahn-Station, stolpert und wird von einem sehr attraktiven Mann ‚aufgefangen', der auch so um die 50 ist. Und sie gefallen sich beide auf Anhieb. Daraus entwickelt sich eine Freundschaft, und wird zur ‚großen Liebe' von Jane.
Sie treffen sich häufig, aber immer nur in kleinen Lokalen, oder zu Spaziergängen, zu langen Ausflügen in die kleineren Orte um London, oft täglich, dann auch wieder ein paar Tage nicht.

Jane hatte immer eine Nichte bei sich wohnen, eine Tochter ihrer Schwester, die sie in ihrem Verlag untergebracht hat, und die jetzt soweit ist, ihre Nachfolge dort anzutreten. Diese zieht aus der Wohnung von Jane aus und zieht zu ihrem Freund. - Jane und ihre Nichte hatten immer eine besondere Beziehung, und für Jane ist es scher schwer, dass die Nichte jetzt auszieht. Und kaum ist diese ausgezogen, erscheint eine Schwester der Nichte, ein heruntergekommenes, total zurückgebliebenes Mädchen von 19 Jahren…..und will in die Wohnung bei Jane aufgenommen werden. - Sie sträubt sich dagegen, kann aber letztendlich nichts dagegen machen, und das Mädchen zieht ein; mit ihren Lumpen, in ihrem grauslichen Outfit usw. - - und hat Kontakte zu einer Hausbesetzerszene, und diese Leute lädt sie in die Wohnung ein, wenn Jane nicht da ist. - Sie hinterlassen grundsätzlich ein totales Chaos, und die Wohnung von Jane wird meistens total verdreckt, der Kühlschrank leergegessen, also es ist sehr chaotisch.

Und dann möchten beide, also Jane und ihr neuer Freund, mal auch ein ganzes Wochenende miteinander verbringen, sie bittet also dieses Mädchen, für ein Wochenende die Wohnung zu verlassen. - Das geschieht dann auch; aber was dann passiert, ist für Jane und auch für ihren Freund sehr denkenswert und verläuft so: der Freund fühlt sich in der Wohnung total unwohl, sie in seiner Gegenwart auch, und schließlich verlässt er die Wohnung schon am gleichen Abend, nach ein paar Stunden. -
Das war ein großer Bruch in der Beziehung der beiden. Sie lieben sich zwar, aber zu mehr als ein paar Umarmungen ist es nie gekommen. Hatten sie anfangs ausgemacht, über ihre jeweiligen Vergangenheiten zu schweigen, ist das bald nicht mehr möglich, und sie erfährt, dass der Freund in USA verheiratet ist, drei Kinder hat, und die eine Tochter in London auch mit ihm wohnt, hier studiert.
Und diese Tochter beobachtet ihren Vater und seine Freundin - oft auch ungesehen -. Sie werden also nicht nur von ihrer Nichte, sondern auch von seiner Tochter beobachtet. Sie haben also große Schwierigkeiten, ungesehen zusammen ihre Zeit zu verbringen.

Da erscheint eines Abends, als sie mit ihrem Freund in einem Lokal verabredet ist, nicht er, sondern eine jüngere Ausgabe von ihm, sein ältester Sohn. Sie hatte ihrem Freund mal ein Foto von sich gegeben, wo sie als ganz junge Frau zu sehen ist. Und eine Kopie dieses Fotos hat der Sohn, zeigt es ihr, sagt, er hätte es bei seinem Vater gesehen, sich eine Kopie gemacht und er hätte sich in sie verliebt, und sie solle mit ihm gehen. - Sie hasst diesen Sohn abgrundtief, doch als sie später zuhause alleine ist, muss sie feststellen, dass sie sich unsterblich in den Sohn ihres Freundes verliebt hat. -
Mit dieser Erkenntnis wird sie kaum fertig, und sie fühlt sich außerstande, sich mit ihrem Freund wieder zu treffen, der nur noch kurze Zeit in London ist, er wird wieder in die USA zurückkehren, und dann nach Kanada ziehen, mit seiner Frau, die beruflich dort eine große Klinik leitet. Nach drei Wochen trifft sie sich schließlich doch mit ihm, auf seine bohrenden Fragen, was denn los sei, kann sie ihm die Wahrheit nicht erzählen, es geht einfach nicht.
Sie machen noch ein paar Ausflüge, treffen sich noch ein paar Mal, und dann verabschiedet er sich. Allerdings bittet er sie, eine Freundin seiner Tochter (diejenige die sie immer verfolgt hat und psychisch nicht ganz in Ordnung ist) zu sein, bzw. Kontakt zu ihr zu halten, weil sie in England studieren wird. - Sie lehnt das nicht ab.
Beim Abschied fragt er sie dann, ob sie nicht auch nach Kanada ziehen kann, sie könne doch dort auch arbeiten…..
Mittlerweile ist ihre psychotische Nichte in eine WG einer jungen Kollegin von Jane umgezogen, nach grauenhaften Vorkommnissen, und Jane renoviert ihre Wohnung, die unglaublich zugerichtet war, während diese Nichte bei ihr gehaust hatte, und kehrt wieder in ihr geordnetes Leben zurück.

 

 

 

 

Doris Lessing wurde unter dem Namen Doris May Taylor im (damals) persischen Kermansha geboren, die Familie zog auf eine Farm in der britischen Kolonie Südrhodesien (heute: Simbabwe), als sie sechs war. Mit 14 brach sie die (katholische) Schule ab und jobbte als Telefonistin und Büroangestellte.
Aus ihrer ersten Ehe (1939-1943) hat sie zwei Kinder, die nach der Scheidung beim Vater blieben. Auch die zweite Ehe verlief unglücklich, den Sohn Peter behielt sie und zog 1949 mit ihm nach London. Ihr erster Roman "Afrikanische Tragödie" (1950) wurde weltweit gefeiert, "Das Goldene Notizbuch" (1962) brachte sie für den Literaturnobelpreis ins Gespräch. Der Roman gilt in der Literaturwissenschaft als "Klassiker des Feminismus", Lessing lehnt jedoch eine derartige Klassifikation für sich ab, obwohl sie sich immer wieder mit der Position der Frauen in der modernen Gesellschaft beschäftigt hat.

Ihr umfangreiches Werk umfasst neben Romanen - teilweise Sciencefiction ("Das fünfte Kind" 1988 u.a.) - und Erzählungen auch Lyrik und autobiografische Schriften ("Unter die Haut" 1995 u.a.). Die engagierte Autorin, die von der Kritik neben Virginia Woolf zu den großen Frauen der englischen Literatur des 20. Jahrhunderts gezählt wird, lebt in London.

Wie die Autorin die Gedanken und Hintergedanken, usw. beschreibt, das ist ganz nach Art der Doris Lessing.