Doris Lessing

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Der Vater war britischer Kolonialoffizier und die Mutter Krankenschwester. Im Jahre 1925 zog Lessings Familie in die britische Kolonie Südrhodesien (heute Simbabwe), wo sie ein hartes Leben auf dem Land führte.
Die Autorin erlebte eine schwierige und unglückliche Kindheit, und die Texte der Autorin über das Leben in den britischen Kolonien Afrikas sind voller Mitgefühl mit dem inhaltsleeren Dasein der britischen Siedler wie auch der trostlosen Lage der einheimischen Bevölkerung.
Im Jahr 1939 heiratete sie Frank Charles Wisdom; aus dieser Ehe hat sie zwei Kinder (einen Sohn und eine Tochter). Die Ehe wurde 1943 geschieden, die Kinder blieben beim Vater.
In zweiter Ehe heiratete sie 1945 den deutschen Emigranten Gottfried Lessing, mit dem sie einen weiteren Sohn hat (Peter), der nach der Scheidung 1949 bei ihr blieb. Gottfried Lessings Schwester Irene war die Frau von Klaus Gysi und Mutter von Gregor Gysi. Nach ihrer zweiten Scheidung behielt Doris Lessing den deutschen Nachnamen bei. Ihr erster Roman mit dem Titel The Grass is Singing (Afrikanische Tragödie) erschien im Jahr 1949 in London nach ihrer Übersiedlung aus Rhodesien.

Klappentext:
"Katzen sind wie die Menschen Geschöpfe der Zivilisation. Doris Lessing beschreibt in ihren Geschichten Katzen-Persönlichkeiten, die ihr über den Weg gelaufen sind: Da gibt es den stets kampfbereiten Mini-Löwen, den Playboy und den strebsamen Karrierekater, aber auch das brave Muttertier und die leichtsinnige Schöne ebenso wie die beifallsüchtige Primadonna. Und auch die Psychopathen fehlen nicht. Ob Katze oder Mensch: Das Leben muss hart erkämpft oder geschickt erschmeichelt werden - vierzehn charmante Erzählungen, nicht ganz ohne doppelten Boden!"

 

 

Doris Lessing wurde unter dem Namen Doris May Taylor im (damals) persischen Kermansha geboren, die Familie zog auf eine Farm in der britischen Kolonie Südrhodesien (heute: Simbabwe), als sie sechs war. Mit 14 brach sie die (katholische) Schule ab und jobbte als Telefonistin und Büroangestellte.
Aus ihrer ersten Ehe (1939-1943) hat sie zwei Kinder, die nach der Scheidung beim Vater blieben. Auch die zweite Ehe verlief unglücklich, den Sohn Peter behielt sie und zog 1949 mit ihm nach London. Ihr erster Roman "Afrikanische Tragödie" (1950) wurde weltweit gefeiert, "Das Goldene Notizbuch" (1962) brachte sie für den Literaturnobelpreis ins Gespräch. Der Roman gilt in der Literaturwissenschaft als "Klassiker des Feminismus", Lessing lehnt jedoch eine derartige Klassifikation für sich ab, obwohl sie sich immer wieder mit der Position der Frauen in der modernen Gesellschaft beschäftigt hat.

Ihr umfangreiches Werk umfasst neben Romanen - teilweise Sciencefiction ("Das fünfte Kind" 1988 u.a.) - und Erzählungen auch Lyrik und autobiografische Schriften ("Unter die Haut" 1995 u.a.). Die engagierte Autorin, die von der Kritik neben Virginia Woolf zu den großen Frauen der englischen Literatur des 20. Jahrhunderts gezählt wird, lebt in London.

Ein sehr schön geschriebenes Büchlein, das von Anfang an sehr spannend ist. Naja, am Anfang beschreibt sie die Situation auf der Farm in Rhodesien mit den vielen Katzen im Hof und den wilden Katzen, und dass sie die abschießen müssen, und dass die Jungen immer getötet werden, weil es sonst hunderte wären. Als sie dann in England wohnt, hat sie auch bald wieder eine Katze, und dann noch eine, und es kommen auch immer wieder Junge. Und wie sie die kleinen beschreibt, und vor allem die unterschiedlichen Charaktere ihrer beiden Katzen, die eine, eine stolze Schönheit, die eine ganz schlechte Mutter ist, die sie zwingen muss, ihre Kleinen zu versorgen, die sie dann sterilisieren lässt. Und dann ihre schwarze Katze, die eine vorbildliche Mutter ist und die immer die vielen Jungen bekommt. - Und das Zusammenleben dieser beiden Katzen, wie die Graue ihre Machtposition immer wieder durchdrückt usw. - Und sie zielt mit diesen Schilderungen der sehr unterschiedlichen Charaktere ganz sicher auch auf Ähnlichkeiten mit uns Menschen. Und immer wird ihre riesengroße Liebe zu Katzen deutlich, in allen Äußerungen und Beschreibungen. - Alles in allem sehr interessante und schöne Geschichten über Katzen, und sogar für Nichtkatzenliebhaber geeignet.